Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind in Ihrer Heimatstadt unterwegs, begegnen einem vertrauten Menschen, den Sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Sie sind geradezu erleichtert, weil Sie ihm etwas Wichtiges mitteilen möchten. Sie fragen noch, ob er Zeit hat. Dann beginnen Sie zu erzählen. Doch schon bald bemerken Sie, dass Ihr Gegenüber mental abwesend ist, den Eindruck vermittelt, schnell weiter zu wollen. Sie fühlen sich, als würden Sie mit der Wand reden. Und das nicht zum ersten Mal.  Würden Sie ein weiteres Mal diesem Menschen Ihre Sorgen anvertrauen? 
 
Warum benutzte ich dieses Beispiel? Eine der wichtigsten Aufgabe eines Politikers muss es sein, zuzuhören und Probleme zu lösen. Wer den Blick und vor allem die Verbindung zu den Menschen verliert, für die er angetreten ist, kann nicht Politik in ihrem Sinne machen. Wer nicht mehr wahrnimmt, was seine Wähler bewegt, ignoriert die Basis seiner Arbeit.
 
Ich möchte weiter gehen, vorwärts schauen - für unsere Heimat, ihre Menschen und vor allem für unsere Kinder. Wir leben in einer wunderschönen Region. Doch das allein reicht nicht aus, um die Menschen hier zu halten. Wir müssen Bedingungen schaffen, die junge Menschen hierher locken oder wieder nach Hause holen! Wir haben hier, links und rechts der Elbe so vieles, wofür andere hunderte Kilometer fahren müssen. Wir haben sozusagen den Urlaub vor der Haustür. Was uns fehlt, sind die wirtschaftlichen Grundlagen. Nur wer hier eine Arbeit hat, von der er gut leben und eine Familie ernähren kann, wird sich für diese Region entscheiden.
 
Im Landtag möchte ich unvoreingenommen und ohne jeglichen Lobbyismus Politik mitgestalten. Ganz klar und deutlich sage ich Ihnen an dieser Stelle: Ich bin keiner, der mitschwimmt. Ich hinterfrage, ob etwas noch zeitgemäß und auch finanzierbar ist. Mein Anliegen ist es, Dinge zu vereinfachen. Mit Mut und Konsequenz müssen wir mit Blick in die Zukunft Strukturen schaffen, die unser Land regierbar und überleben lassen. Die Menschen dieses Landes stehen bei all diesen Überlegungen im Mittelpunkt. Sie sind es, die von unserer Politik profitieren müssen.
 
Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, Gesetze zu fassen, die jeder Einzelne versteht und die möglichst viel Zuspruch erhalten. Weniger ist oftmals mehr. Nicht alles im Leben muss durch Gesetze geregelt werden. Außerdem müssen Zuständigkeiten geklärt werden. Statt sich wie im Hamsterrad zu fühlen, müssen Bürger, aber auch Kommunen das Gefühl haben, gehört und ernst genommen zu werden. Immer mehr Regelungen und kompliziertere Gesetze schaffen Unmut, Widerwillen und letzten Endes Lethargie. Unter solchen Umständen lässt sich allerdings nichts bewegen. Oder haben Sie schon einmal ein Kind erlebt, dass trotz eines Wutausbruchs mit Euphorie Neues entdecken möchte? Eine solche Konstellation ist praktisch nicht möglich. 
 
Politik zu gestalten, bedeutet für mich, gradlinig zu agieren, modern zu denken, oftmals über den Tellerrand zu schauen, auch mal das ruhige Fahrwasser verlassen, wenn der Weg zum nächsten Ziel nur über die hohe, stürmische See führt.